solafide-boxSola Fide hatte ich in einem Video von Dice Tower in Vorbereitung auf die SPIEL16 in Essen gesehen. Dort hatten glaube ich Tom Vasel und Sam Healey das Spiel auf ihrer Liste. Es klang spannend, also habe ich es mir notiert. Am ersten Tag der Messe führte mich einer meiner ersten Wege auch gleich zu Spielworxx. Allerdings um Solarius Misson zu kaufen. Dort habe ich dann erfahren, dass es das nur noch für Vorbesteller gab. Schade. Aber wir blieben für eine Proberunde von Sola Fide.
Der gelangweilte Helfer des Verlages wirkte die komplette Zeit in der er das Spiel erklärte und wir spielten so, als wäre es im Augenblick am liebsten ganz wo anders. Genau genommen wirkte er, als wäre er überall lieber als jetzt gerade auf dieser Messe. Aber dennoch machte das Spiel uns so viel Spaß, dass wir es direkt gekauft haben.

Spielablauf

solafide-planSola Fide ist ein Spiel für zwei Personen. Einer spielt die Katholiken, der andere die Protestanten. Zu Beginn des Spiels stellt sich jeder Spieler aus den 45 Karten die jeder Seite zur Verfügung stehen ein Deck aus 15 Karten zusammen. Während des Spiels haben die Spieler dann die Wahl eine Karte zu spielen und ihren Effekt abzuhandeln oder eine neue Karte zu ziehen. Das Spiel besteht dabei aus den zehn Reichskreisen die wiederum durch ein quadratisches Plättchen repräsentiert werden. In jedem der Kreise kämpfen die beiden Spieler in den Rollen der Katholiken und Protestanten um die Vorherrschaft. Dabei kann jeder Spieler die Kreise, also Regionen gewinnen indem er das Volk oder den Adel überzeugt.

Nach und nach werden mehr Kreise aufgedeckt um die dann wiederum gekämpft wird. Am Ende hat gewonnen, wer in der Addition der Siegpunkte vorne liegt.

Gedanken zum Spiel

Das Jahr 2017 ist ja das Luther-Jahr. Am 30.10. 1517 schlug Martin Luther seine Thesen an die Kirchentür in Wittenberg. Also vor genau 500 Jahren. Der perfekte Zeitpunkt also, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Die Spielewelt tut dies mit mehreren Neuerscheinungen. Darunter eben auch Sola Fide.

Einer der beiden Autoren dieses Spiels ist Jason Matthews. Dieser ist Brettspielfans bekannt als Autor des Spiels Gleichgewicht des Schreckens (Twilight Struggle). Ein fast schon legendäres Zwei-Personen-Spiel in dem die Spieler den Kalten krieg nachspielen und dass lange Zeit in der Rangliste bei Boardgamegeek den ersten Platz belegte. Auch heute noch steht es auf Platz 3.

Designer des Spiels ist der renommierte Harald Lieske. Bekannt von seinen Designs unter anderem für Die Burgen von Burgund, Dominion und vor allem La Granja.

Unsere Meinung

mathiasSola Fide ist schwierig. Das Thema finde ich eigentlich spannend. Leider wurde es ziemlich trocken umgesetzt. Die Idee, dass man einen Kreis, also eine Region sowohl gewinnen kann in dem man den Adel als auch in dem man das Volk überzeugt ist sehr gut. Sie kommt aber leider kaum herüber. Während einer Partie hat man den Eindruck eigentlich nur Klötzchen hin und her zu schieben. Mehr passiert leider kaum. Die Ereignisse die über die Karten ins Spiel kommen sind sicher gut recherchiert und passen thematisch gut. Aber auch sie machen das Spiel nicht spannender.

Auch das Artwork lockert das Ganze nicht auf. Die Reichskreise erinnern ein wenig an mittelalterliche Landkarten, tragen aber zum Spiel nichts bei. Sie sind nur Beiwerk. Entscheidend sind alleine die Ränder auf denen man wie gesagt die Klötzchen hin und her schiebt.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass das Spiel sehr unausgewogen scheint. In allen Partien die wir gespielt haben war der Spieler der die Protestanten gespielt hat unterlegen und hat verloren. Die katholische Seite hat mit den Militärkarten ein sehr starkes Mittel an der Hand, dass für die Protestanten nicht angemessen ausgeglichen wird.

Das Regelheft ist leicht verständlich und das Spiel schnell gelernt. Was aber eben auch daran liegt, dass das Spiel einfach nicht viel Tiefe bietet. Gleichzeitig positiv wie negativ ist das Begleitheft. Darin werden alle Karten aufgelistet und in den historischen Kontext gestellt. Das kann ich gar nicht genug loben, denn es gibt dem Interessierten die Möglichkeit mehr über die handelnden Personen der Zeit zu erfahren. Nur eines tut das Begleitheft leider nicht: die Karten näher erläutern. Und so lobenswert es ist den historischen Kontext zu erklären, so ungeschickt ist es das Heft zu konzipieren, aber die Effekte der Karten nicht hinzuzufügen.

Letztlich also eine gute Idee, löbliche Ambition und gute Ansätze. Aber am Ende bleibt ein relativ dröges hin und her schieben von Klötzchen.

melanie
Sola Fide ist meiner Meinung nach kein gutes Spiel. Als Katholik ist es ein Leichtes früh die Führung zu erhalten und der Gegner hat kaum eine Chance dagegen zu wirken. Die Karten sind ungleich stark und somit ist von vornherein der Sieger entschieden. Da hilft es wenig das alle Spielplatten der Reichskreise insgesamt ausgeglichene Startstellungen haben. Und auch die grünen Extrasiegpunkte können nur dann wirklich spielentscheidend sein wenn es zu einem Gleichstand käme.

Natürlich kann dies auch ein Ansporn sein dieses Spiel zu spielen. Viele reizt es vielleicht die Seite der Protestanten zu spielen um deren taktischen Möglichkeiten auszutesten und ihr Kartendeck selbst zusammenzustellen.  Ich gehöre nicht zu diesen Spielern und mag es nicht wenn ich wenig bis keine Chancen habe zu gewinnen.

Die Spielkarten sowie die Spielplättchen sind nicht sonderlich hübsch gestaltet sondern in einen hässlichen Braunton.  Auch wenn dadurch die Zeit des Mittelalters gut aufgegriffen wird.

Was ich wirklich nett finde sind die Beschreibungen der Karten innerhalb der Spielanleitung. Die zwar überhaupt nicht helfen dabei zu klären was diese Karte nun genau bewirkt aber doch historische Dinge aufzeigt und man da durch alte Begriffe neu erklärt bekommt.

Dafür dass es ein Zwei-Personen-Spiel ist und sich schnell herausstellt wer gewinnen wird dauert das Spiel dennoch ziemlich lange. Dabei ist es aber nicht sonderlich kompliziert und somit ist die Anleitung ebenfalls gut und leicht verständlich. Auch wenn es toll wäre noch manche Karten besser zu erklären was hier fehlt.

Insgesamt hat mich das Spiel wenig Überzeugt und ich persönlich werde es Wohl nicht noch einmal spielen.

Sola Fide (2016)
Anzahl der Spieler: 2 Spieler
Spielzeit: 45 Minuten
Altersstufe: 12+

Bewertung
Spielspaß
Spielmaterial
Artwork
Interaktion
Thema
Anleitung
Fazit
Dröges Klötzchenschieben dass dem spannenden Thema leider so gut wie nicht gerecht wird. Leider eine verschenkte Chance.
64 %
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Ein Kommentar

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