Wir wollen unserer angebeteten Prinzessin einen selbst geschriebenen Liebesbrief zukommen lassen. Doch hat sie sich auf Ihr Zimmer zurückgezogen und Ihr wir müssen den Brief einem Boten überreichen. Aber wem? Wer hat Zugang zu Prinzessin und kann uns am ehesten helfen?
Es gibt 16 Spielkarten die jeweils einen Charakter am Hofe darstellen. Hat man zum Schluss den höher stehenden Charakter als seine Mitspieler auf der Hand, gewinnt man das Spiel. Vorher kann man seine Gegner aus dem Spiel schmeißen oder durch Tricks an die höhere Karte des Mitspielers gelangen.

Spielablauf

Love Letter ist wirklich sehr simpel. Das ganze Spiel besteht wie gesagt aus nicht mehr als 16 Karten und man hat als Spieler immer maximal zwei Karten auf der Hand. Das sollte auch absolute Anfänger nicht überfordern. Die erste Karte bekommt jeder Spieler am Anfang des Spiels. Immer wenn er an der Reihe ist, zieht er eine zweite Karte und spielt dann eine der beiden aus. Jeder der acht Kartentypen im Spiel hat besondere Fähigkeiten. Der Priester zum Beispiel erlaubt es, sich die Hand eines Mitspielers anzusehen. Mit dem Prinzen kann man einen Mitspieler zwingen seine Handkarte abzuwerfen und eine neue zu ziehen. Die Prinzessin selber wiederum ist die höchste Karte im Spiel weil sie den höchsten Wert hat. Muss man sie aber abwerfen ist man sofort ausgeschieden. Wird man also von einem Spieler mit dem Prinzen dazu gezwungen ist man schon raus.

So läuft das Spiel über mehrere Runden. Wer am Ende übrig bleibt, der hat die Runde gewonnen und es kann von vorne losgehen.

Gedanken zum Spiel

Love Letter wurde vom japanischen Designer Seiji Kanai entwickelt. Die Idee entstand auf der japanischen Spielemesse Game Market bereits im Jahr 2010. Dort hatte ein anderer Spieleautor ein Projekt vorgeschlagen bei dem Spiele entwickelt werden sollten die am Ende nur 500 Yen (damals ca. 4,40 Euro) kosten sollten. Kanai machte sich an die Arbeit und nahm das Sonderangebot einer Druckerei an einen Bogen mit 16 Karten zu drucken und entwarf so ein Spiel mit nur 16 Karten. Aus dieser Idee entstand nach und nach das jetzige Love Letter und damit ein Welterfolg.

Der Verlag AEG (Alderac Entertainment Group) aus Kanada brachte das Spiel dann nach Nordamerika und veröffentlichte es in seiner Tempest-Reihe. Alle Spiele dieser Reihe spielen im fiktiven Stadtstaat Tempest und haben die selben Protagonisten.

Mittlerweile gibt es unter anderem eine Munchkin-Version Loot Letter, ein Love Letter: Batman, ein Love Letter: The Hobbit und Sogar ein Lovecraft Letter.

Unsere Meinung

Love Letter ist mein Lieblingsspiel. Wenn wir zu dritt oder viert sind und einen schnelles Spiel brauchen um uns auf den Spieleabend einzustellen oder es schon weit nach Mitternacht ist und wir „nur noch ein Spielchen“ spielen wollen kommt Love Letter auf den Tisch.
Ist man bei wenig Spielern auf einem Besuch eingeladen und braucht ein Mitbringsel. Nimm Love Letter. Kindergeburtstag und keine Ahnung was dem Kind so Spaß machen könnte Love Letter (Texte lesen ist allerdings Voraussetzung). Ein absolutes Highlight zu jeder Gelegenheit. Und man versteht die wenigen Spielregeln sehr schnell.
Es ist schnell zu spielen und schnell zu begreifen. Und man hat richtig Spaß beim Spielen.

Die Story Idee finde ich einmalig und das gesamte Kartenspiel erinnert Entfernt an das alte Kartenspiel „schwarzer Peter“. Wie schätze ich den Gegner ein, wie sehen meine Handkarten aus? Aufpassen wie reagieren die Spieler untereinander. Wieso ist der Spieler A gerade rausgeworfen worden? Was hat Spieler B gemacht und wie bringt mich das nun wieder an mein Ziel. Ein schnelles Kartenspiel und wer mitdenkt kann mit der Wächterin das Spiel gewinnen und mit der Prinzessin oder Ihrer Zofe in der Hand der erste sein der fliegt. GRANDIOS.
Zwar gibt es Regeln für 2 Spieler, doch dieses Spiel funktioniert meiner Meinung nach am besten zu 3 oder 4.

Love Letter ist für mich ein ideales „Gateway Game“, also ein Spiel mit dem man Nicht-Spieler an moderne Spiele heran führen kann. Es überfordert wirklich niemanden, es geht so schnell zu erklären und dann auch zu spielen, dass jeder dabei bleiben kann. Und es macht einfach so viel Spaß. Dabei vermittelt es aber trotz aller Einfachheit wunderbar, dass Kartenspiele und Spiele allgemein heute mehr sein können als Mau-Mau oder Mensch ärgere dich nicht.

Kritisieren kann man an dem Spiel, dass die Story im eigentlich Spiel nicht wirklich eine Rolle spielt. Sehr thematisch ist es also nicht. Schnell will man nur noch die andere Karte ausstechen, den anderen Spieler raus werfen und vom eigentlich Liebesbrief ist dann schnell keine Rede mehr. Aber gut, bei einem längeren Spiel würde mich das vielleicht stören. Hier ist das für mich weniger ein Faktor.

Das Spielmaterial ist sehr gut. Die Karten sind schön gestaltet und sind aus dicker Pappe, die nicht so schnell Schaden nimmt. Jeder Sieger einer Runde erhält ein kleines rotes Herzchen aus Holz. Auch das finde ich liebevoll und es passt wiederum ins Thema.

Wir haben das Spiel ein paar Freunden aus England mitgebracht die kaum Spielerfahrung haben. Weder war es ein Problem das Spiel quasi in zwei Sprachen zu spielen noch gab es Probleme die Regeln schnell zu erklären und sofort los zu legen. Und auch die 70-jährige Dame am Tisch hatte kein Problem sofort einzusteigen und hatte genau so viel Spaß wie wir alle anderen. Also wirklich ein Spaß für die ganze Familie und wirklich ein Gateway Game. Wenn ihr also überlegt was ihr Nicht-Spielern schenken sollt um sie zu konvertieren: Love Letter.

Love Letter (2012)
Anzahl der Spieler: 2 bis 4 Spieler
Spielzeit: 20 Minuten
Altersstufe: 10+

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Bewertung
Spielspaß
Spielmaterial
Artwork
Interaktion
Thema
Anleitung
Fazit
Perfektes Einsteigerspiel. Schnell erklärt, schnell gespielt und viel Spaß dabei. Wer ein Spiel verschenken will oder seine Freunde die nicht spielen von seinem Hobby überzeugen will, der macht hier nichts falsch.
81 %
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Ein Kommentar

  1. […] meiner Sicht eine ziemlich Überraschung: es wird eine Erweiterung für Love Letter geben (hier geht es zu unserer Rezension). Eine Überraschung deswegen, weil das Spiel gerade mit seinem […]

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